Kosten für eine Nachlassreglung

Entstandene Kosten einer Nachlassreglung können beim Erwerber steuerlich absetzbar sein. Mit seinem Urteil vom 09.07.2013 (Az.: IX R 43/11) hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass solche Kosten dem Erwerb des Alleineigentums an einem Vermietungsobjekt dienen und deshalb diese Kosten mit den Kosten des Erwerbs eines Hauses steuerlich gleichzustellen sind. Sie sind daher in voller Höhe als Anschaffungsnebenkosten abziehbar. Entgegen der Ansicht des Finanzamts schließt der unentgeltliche Erwerb des Erben. (nachfolgende) Anschaffungsnebenkosten nicht aus. Denn Kosten der Erbauseinandersetzung fallen an, um das Alleineigentum am Grundstück zu erlangen Sie hängen deshalb mit dem Anschaffungsvorgang zusammen. Notar- und Grundbuchkosten können so bei den Mieteinkünften (über die Abschreibung) geltend gemacht werden.

Zur Klärung, ob Kosten, die durch eine Erbschaftregelung angefallen sind, auch tatsächlich steuerlich absetzbar sind, empfiehlt sich zur Abgabe der Einkommensteuererklärung bei Prüfung der V+V- Einkünften eine vorangehende steuerliche Beratung.

Vermieter können Kosten für den Leerstand als Werbungskosten von den Steuern absetzen

Hat der Steuerpflichtige wegen seiner Immobilie erkennbar mit der Vermietung begonnen, sich also ernsthaft um einen Mieter bemüht, so kann er die Kosten für den Unterhalt der Immobilie auch bei einem Leerstand als Werbungskosten von den Steuern absetzen, das entschied der Bundesfinanzhof mit seinem Urteil vom 11.12.2012 (Az.: IX R/14/12). Hierbei spielt aber im Einzelfall das tatsächliche Vorgehen des Vermieters am Markt aus steuerrechtlicher Sicht eine wesentliche Rolle.

Sollte das Objekt aufgrund zu hoher Anforderungen des Vermieters an potentielle Mieter nicht vermietbar sein, so muss der Vermieter von seinen (Miet-) Forderungen abrücken und auch Mieter, die nicht ganz seinen Wünschen entsprechen, akzeptieren. Im Einzelfall kann dem Steuerpflichtigen zuzumuten sein, bei der Vertragslaufzeit oder dem Vertragsgegenstand Zugeständnisse zu machen, um die Immobilie erfolgreich vermieten zu können. Auch eine Minderung des Mietpreises muss nach Ansicht des Bundesfinanzhofs hingenommen werden. Die Einschaltung eines Maklers kann erforderlich sein, wenn der Vermieter selbst keinen Erfolg hat. Für die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit seiner Vermietungsbemühungen (als Voraussetzung einer steuerlich anzuerkennenden Einkünfteerzielungsabsicht) trägt der Steuerpflichtige die Feststellungslast.

Die Einkünfteerzielungsabsicht muss der Steuerpflichtige daher bei Leerstand der Immobilie dem Finanzamt gegenüber nachweisen. Daher empfiehlt sich eine vorangehende steuerliche Beratung, damit bei der Veranlagung auch bei einem Leerstand die Kosten der Immobilie als Werbungskosten/ Betriebsausgabe anerkannt werden.

Executive Summary

According to the judgement of the Federal Tax Court of 11 December 2012, V R 14/12, tenants can deduct the maintenance costs for a property as professional expenses from their income from rent and lease, even in cases of properties standing empty. However, the landlord has to be able to prove that he/she is anxious to find a tenant.

Irrtum des Finanzamtes zu Gunsten des Steuerpflichtigen

Für Steuerpflichtige besteht keine Pflicht, das Finanzamt auf dessen Fehler zu Gunsten des Steuerpflichtigen aufmerksam zu machen. Mit der Abgabe einer vollständigen und ordnungsgemäßen Steuererklärung hat der Steuerpflichtige seine Erklärungspflichten erfüllt.

Weicht die aufgrund der zutreffend erklärten Tatsachen durchgeführte Veranlagung des Steuerpflichtigen zu dessen Gunsten vom geltenden Recht ab, kann dies nicht zu seinen Lasten gehen. Denn eine wie auch immer zu begründende, Garantenstellung als Voraussetzung für die Pflicht zur Mitwirkung an der Korrektur von Steuerbescheiden setzt beim Steuerpflichtigen (zunächst) ein pflichtwidriges gefährdendes Vorverhalten voraus. Dies fehlt bei ordnungsgemäß abgegebenen Steuererklärungen.

Bemerkt ein Steuerpflichtiger also einen solchen Fehler des Finanzamtes zu seinen Gunsten, teilt diesen Fehler der Behörde aber nicht mit, begeht er keine Steuerhinterziehung (BFH-Urteil vom 04. Dezember 2012, Az.: VIII R 50/10). Ebenso liegt auch keine leichtfertige Steuerverkürzung durch Unterlassen vor.

Dies allerdings nur dann, wenn der Steuerpflichtige eine ordnungsgemäße und vollständige Steuererklärung abgegeben hat. Gibt es in der Steuererklärung (den Steuererklärungen) des Steuerpflichtigen Unrichtigkeiten (z.B. Widerspruch zwischen Gewinnfeststellungserklärung und Einkommensteuererklärung), so kann eine leichtfertige Steuerverkürzung i.S.v. § 378 AO vorliegen. Der Steuerpflichtige hat in diesem Fall die Pflicht –spätestens bei Überprüfung der Veranlagung- den von ihm (seinem Berater) veranlassten Fehler zu korrigieren (BFH-Urteil vom 23. Juli 2013, Az.: VIII R 32/11).

Gerne beraten wir Sie bei Ihrer Einkommensteuererklärung und unterstützen Sie auch im Falle eines Erklärungsirrtums, unabhängig davon, ob dieser vom Finanzamt oder von Ihnen selbst zu verantworten ist.

Büro im Obergeschoss ergibt nur begrenzten Steuerabzug

Befindet sich ein Büro im Obergeschoss des von dem Steuerpflichtigen selber bewohnten Zweifamilienhauses und liegt zwischen den privaten und betrieblich genutzten Räumen keine der Allgemeinheit zugängliche oder von fremden Dritten benutzte Verkehrsfläche, liegt ein ,,häusliches Arbeitszimmer“ vor (BFH- Urteil vom 10. April 2013, Az.: VIII R 7/10).

Mit diesem Urteil entschied der Bundesfinanzhof, dass Freiberufler die Kosten eines solchen Büros als Betriebsausgaben nur begrenzt von der Steuer absetzen können. Das Finanzamt lässt für ein ,,häusliches Arbeitszimmer“ nur einen begrenzten Abzug von bis zu 1.250 € pro Jahr zu.

Der Streit um die Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers mit dem Finanzamt lässt sich durch eine ,,vorbereitende“ Steuerberatung in der Regel entschärfen.

Ehegattensplitting auch für Lebenspartnerschaften

Gleichgeschlechltliche Partner wurden nach dem Wortlaut des Gesetzes (§ 26 EStG) von der Finanzverwaltung bis zum nachstehenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts wie Ledige behandelt. Die eingetragene Partnerschaft ist erst nach dem Beschluss des BVerfG vom 07.05.2013 (z BvR 909/06) in das Einkommensteuergesetz aufgenommen worden. Damit ist die Ungleichbehandlung von Ehen und eingetragenen Lebenspartnern ist aus einkommensteuerlicher Sicht (einschließlich der Lohnsteuer) Vergangenheit.

Die betroffenen Steuerpflichtigen können rückwirkend bis zum 01. August 2001 eine Änderung Ihrer Veranlagungen erreichen, wenn die jeweiligen Steuerbescheide noch nicht endgültig sind. Zudem können sie nun bei der Einkommensteuer die Zusammenveranlagung wählen (Splittingtarif) und einen Antrag auf Lohnsteuerklassenwechsel (Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV) stellen.

Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrer Einkommensteuererklärung, einem Lohnsteuerklassenwechsel und/ oder der steuerlichen Beratung zur Änderung zurückliegender Veranlagungen.

Extras vom Chef motivieren den (die) Mitarbeiter(in)

Kleine, aber vor allem auch große Geschenke und Extras vom Arbeitgeber motivieren deren Angestellte am Arbeitsplatz. Die Unternehmen suchen nach passenden Extras für die Mitarbeiter. Der Chef kann natürlich eine Lohnerhöhung anleiten, dabei kommt allerdings meistens nur die Hälfte des Mehrbetrags bei dem Mitarbeiter an.  Auch das beliebte Weihnachtsgeld muss als Sonderzahlung voll versteuert werden. Extras, die zum Teil oder ganz steuerfrei bleiben, sind für beide Parteien daher sehr interessant.

Steuerfrei kann der Chef seinen Mitarbeitern unter anderem eine Technikausstattung zur Verfügung stellen (§ 3 Nr. 45 EStG), einen Weiterbildungskurs bezahlen oder auch die Kosten für die Kinder-Betreuung übernehmen. Ein monatlicher Tankgutschein von bis zu 44 € ist denkbar (§ 3 Nr. 33 EStG). Im Gesundheitsbereich bieten sich steuerfreie Erholungsbeihilfen und Kurse zur Rückenschulung an.

Beliebt ist unverändert ein Firmenwagen. Jede private Fahrt muss dann aber mit einem Fahrtenbuch erfasst werden, denn die Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs durch einen Arbeitnehmer für private Zwecke ist gemäß § 8 Abs. 2 S. 2 EStG i.V.m § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG als geldwerter Vorteil zu versteuern. Ohne die Einträge in ein Fahrtenbuch gilt steuerlich die sogenannte Ein-Prozent-Regel. Maßgeblich ist dabei der Preis eines Neufahrzeuges; dies gilt auch für die Nutzung von gebrauchten und geleasten Fahrzeugen. Außer dem Firmenwagen gibt es auch die Möglichkeit, einen Zuschuss für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu zahlen. Dabei gilt eine Höchstgrenze von bis zu 4.500 € im Kalenderjahr. Der Zuschuss wird dann mit 15 Prozent pauschal versteuert, ist aber sozialversicherungsfrei.

Der Arbeitgeber kann auch die Kosten der Steuererklärung für den Arbeitnehmer übernehmen. Der Arbeitgeber kann z.B. ein pauschales Honorar für einen Steuerberater übernehmen, der alle Arbeitnehmer betreut. Zudem ist ein Bildungseminar im Interesse des Unternehmens steuerfrei finanzierbar.

Es gibt allerdings auch einige Extras, welche der Fiskus nicht steuerfrei belässt. Der Bundesfinanzhof hat zum Beispiel entschieden, dass Golfclubbeiträge eines Geschäftsführers als Arbeitslohn versteuert werden müssen (BFH Urteil VI R 31/30). Auch ein Chauffeur, der dem Mitarbeiter für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gestellt wird, muss als geldwerter Vorteil versteuert werden BFH Urteil VI R 44/11).

Es gibt also eine Reihe von Varianten, um den Mitarbeiter (steuerlich) zu motivieren. Schließlich können die Vertragsparteien auch ein anstehendes steuerpflichtiges Urlaubs- oder Weihnachtsgeld steuerfrei in steuerfreie Extras umwandeln (BFH Urteil, VI R 41/07).

Sollten Sie als Arbeitgeber (oder als Betriebsrat) Interesse an einer qualifizierten Beratung haben, sprechen Sie uns bitte an.